Mit großen Schritten Richtung Energiegemeinde

Waldalgesheim wird seinem Ruf als Zukunftsgemeinde im Umweltbereich vollauf gerecht. Frühzeitig hat die Gemeinde erkannt, dass mit Erneuerbaren Energien alternative Wege der Energiegewinnung verfolgt werden können. Die Nachhaltigkeit ist denn auch als Leitbild des Dorferneuerungskonzeptes definiert worden. Gleich mehrere Projekte belegen das besondere Engagement für regenerative Energien.

Der Solarpark auf Genheimer Gemarkung

Für Besucher, die von der A61 kommen, ist sie leicht zu erkennen: die Photovoltaik-Freiflächenanlage, die 2008 auf Genheimer Gemarkung zwischen Waldalgesheim und Stromberg installiert wurde. Auf einer rund 9,3 Hektar großen ehemaligen Ackerfläche in der Gemarkung Genheim hat die juwi solar  GmbH eine Photovoltaik-Anlage mit einer Gesamtleistung von rund 2,5 Megawatt errichtet, die damit zu den größten Solarkraftwerken in Rheinland-Pfalz gehört. Die neue Anlage mit 36000 Modulen hat innerhalb eines Jahres 2,83 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom produziert. Dies entspricht dem Jahresbedarf von über 800 Haushalten. Damit wurden die Prognosen um zehn Prozent übertroffen. Da die Anlage auf Genheimer Gemarkung liegt, ist Genheim rein statistisch stromautark und produziert sogar das Dreifache des eigenen Strombedarfs. Das Solarkraftwerk spart pro Jahr rund 1700 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid ein.

Seit 2005 existiert bereits das Biomasseheizwerk, das bis zu 150 Haushalte in Neubaugebieten mit Wärme versorgt und von der EnergieDienstleistungsGesellschaft Rheinhessen/Nahe betrieben wird. Bei voller Auslastung werden dafür jährlich 2500 Kubikmeter Holzhackschnitzel aus den Wäldern der Region benötigt. Auch der kommunale Kindergarten, die Keltenhalle und der Bauhof sind in das Projekt der Nahwärmeversorgung eingebunden.

Solaranlage auf dem Dach der Keltenhalle

Keltenhalle und Bauhof sind überdies mit Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach bestückt und speisen Energie ins Stromnetz ein. Die Firma GEDEA (Ingelheim) ist Betreiber der Anlage. Auf dem Bauhof sind die Solarmodule seit 2006, auf der Keltenhalle mit Hilfe von privaten Investoren seit 2009. Als drittes öffentliches Gebäude gewinnt die Astrid-Lindgren-Grundschule Sonnenenergie durch Solarzellen auf dem Dach. Im Frühjahr 2010 wurden die Gemeindehäuser mit einer PV-Anlage versehen und im Juni in Betrieb genommen. Mit einem Investitionsvolumen von 185.000 Euro wurden auf 360 m² Dachfläche von GEDEA Ingelheim neue Solarstromanlagen installiert. Insgesamt werden diese fünf Anlagen 50.000 kWh umweltfreundlichen Strom pro Jahr produzieren. Damit hat die Ortsgemeinde Waldalgesheim das achte umweltfreundliche Solarprojekt auf den Weg gebracht.

Windräder mit einer Leistung von  9,2 Megawatt

Einen nächsten großen Schritt zur Energiegemeinde bildete die Windkraftanlage im Waldalgesheimer Wald. Vier große Windräder mit einer Nabenhöhe von bis zu 138 m, die zusammen 9,2 Megawatt leisten und rund 6.000 Haushalte versorgen können, sind Ende Mai 2011 ans Netz gegangen und feierlich eingeweiht worden. Der windträchtige Standort oberhalb von Waldalgesheim kann jährlich bis zur 24 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen und spart rund 18.000 Tonnen CO2 ein. Die Gemeinde Waldalgesheim, der Projektierer juwi, die Stadtwerke Mainz und der Energiedienstleister EDG realisierten den Windpark, der Waldalgesheim zu einer Energie-Plus-Gemeinde macht und auch wirtschaftlich interessant ist. So fließen u.a. Pacht und Gewerbesteuer (anteilig) in den Haushalt. Geplant sind weitere Windräder, darunter auch ein Bürgerrad.