Bergwerksturm und Bergwerk werden nicht gefördert

05.08.2010 19:25 von Gemeinde Waldalgesheim

Pressemitteilung vom 03.08.2010

Enttäuscht hat Ortsbürgermeister Dr. Gerhard Hanke die Entscheidung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung zur Kenntnis genommen, dass der Antrag der Ortsgemeinde Waldalgesheim zum Erhalt der ehemaligen Grube Dr. Geier nicht bewilligt wird. Die Ortsgemeinde Waldalgesheim hat auf den Projektaufruf vom 19.04.2010 einen Antrag auf Förderung im Rahmen des Investitionsprogramms für nationale UNESCO-Welterbestätten gestellt. Hierbei ging es insbesondere um den Förderturm, der inzwischen baufällig ist bzw. auch um den Erzbunker. Die Kosten für die Erhaltungsmaßnahmen beider Projekte waren seinerzeit auf 1,6 Mio. € geschätzt worden. Des Weiteren wurde auch ein Antrag gestellt, die übrigen Bereiche des Bergwerks zu sanieren.

„Aufgrund der hohen Investitionsmaßnahmen ist es einem privaten Eigentümer kaum möglich diese sicherlich erhaltenswerten Immobilien auf Dauer zu erhalten“, gibt Ortsbürgermeister Dr. Gerhard Hanke seine Auffassung bekannt. Bei dem Antrag ging es darum, durch die Erhaltung der Gebäude Voraussetzungen für ein wirtschaftliches Engagement zu schaffen. Durch den Beschluss des Bundesinstituts ist nunmehr bedauerlicherweise aus der Sicht der Ortsgemeinde eine nicht verständliche Entscheidung getroffen worden. Die ehemalige Grube Dr. Geier ist eine imponierende Anlage und wurde seinerzeit von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als „Zechenschloss“ im Binger Wald bezeichnet. Weit über Waldalgesheim hinaus kann der Förderturm als Wahrzeichen einer Region wahrgenommen werden. Alle Gebäude stehen unter Denkmalschutz.

„Die vielen Gespräche und Koordinierungstermine, die in den letzten Jahren stattgefunden haben, sind aus meiner Sicht erfolglos geblieben, da dieses wichtige denkmalgeschützte Gebäudeensemble in seiner Bedeutung offensichtlich nicht erkannt und damit auch nicht gewürdigt wurde“, erklärt Ortsbürgermeister Dr. Gerhard Hanke. Nun muss geklärt werden, wie letztlich mit diesem Bergwerk weiter verfahren werden soll meint der Ortsbürgermeister. Es reicht einfach nicht ein Gebäude oder in diesem Falle das Bergwerk unter Schutz zu stellen und dann letztlich die notwendigen öffentlichen Mittel zur Sanierung zu versagen. Wir müssen einfach als Politiker ehrlich gegenüber unseren Mitbürgern sein und einfach klar und deutlich feststellen, dass eine Förderung und Erhaltung des Bergwerks unter den jetzigen Umständen nicht mehr möglich ist, fasst Ortsbürgermeister Dr. Gerhard Hanke seine Meinung abschließend zusammen.

Waldalgesheim, den 03.08.2010

gez. Dr. Gerhard Hanke
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